Schlechte Gerüche im Kleiderschrank beseitigen
Ein muffiger Geruch im Kleiderschrank fällt meist erst dann auf, wenn man eine frisch gewaschene Jacke herauszieht und sie nach Keller riecht. Die Ursache liegt selten an der Kleidung selbst. Verantwortlich sind fast immer Feuchtigkeit, mangelnde Luftzirkulation oder Rückstände, die sich über Monate in den Textilien und im Schrankmaterial absetzen. Wer das Problem dauerhaft lösen will, muss deshalb zuerst die Quelle finden, statt nur mit Duftsprays zu arbeiten.
Die häufigste Ursache ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum oder direkt im Schrank. Kalte Außenwände, ein schlecht belüftetes Schlafzimmer oder ein Schrank, der zu dicht an der Wand steht, lassen Feuchtigkeit in das Holz und die Kleidung ziehen. Dazu kommt, dass viele Menschen ihre Wäsche leicht feucht einräumen, weil sie den Trocknungsgrad unterschätzen. Auch Schweißreste in Shirts oder Sportsachen entfalten sich erst nach Tagen richtig und durchdringen dann das gesamte Schrankinnere. Ein weiterer Faktor sind alte, beschichtete Spanplatten, die bei Feuchtigkeit anfangen zu riechen und diesen Geruch an alles abgeben, was darin liegt. Selbst die beste Lüftung hilft nicht, wenn die Rückwand des Schranks schimmelt oder der Bodenbelag Feuchtigkeit speichert.
Bevor man zur Lösung greift, sollte der Schrank komplett leer geräumt werden. Anschließend lüftet man ihn mehrere Stunden bei geöffneter Tür und gekipptem Fenster aus. Sichtbare Rückstände an Wänden und Böden lassen sich mit Essigwasser oder einem milden Reiniger entfernen. Wer den Schrank ohnehin umbauen möchte, kann beim Schiebetür am Schrank nachrüsten gleich auf eine Konstruktion achten, die eine bessere Luftzirkulation zulässt. Für die Kleidung selbst hilft ein Durchgang mit Natron oder eine Runde in der Waschmaschine mit Essigspülung. Danach sollte alles vollständig trocknen, bevor es zurück in den Schrank kommt. Wer mag, legt offene Behälter mit Kaffeesatz, Katzenstreu oder Zedernholz in die Fächer, aber nur als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Ursachenbeseitigung.
Dauerhaft vorbeugen lässt sich mit einfachen Routinen. Kleidung nur vollständig getrocknet einräumen, Sportzeug nie direkt nach dem Training in den Schrank hängen und den Schrank regelmäßig für einige Stunden öffnen. Ein Abstand von mindestens fünf Zentimetern zur Wand verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Mauer ins Holz zieht. Wer in einer Mietwohnung lebt, kann mit einem kleinen Hygrometer die Luftfeuchtigkeit kontrollieren; Werte über 60 Prozent sind ein Warnsignal. Stoßlüften morgens und abends bringt mehr als ein dauerhaft gekipptes Fenster, das die Wände auskühlt. Wer diese Punkte beachtet, hält den Schrank geruchsfrei, ohne ständig neue Duftmittel zu kaufen.